Neue wissentschaftliche Leitlinie für schlafbezogene Atmungsstörungen

Zur Jahrestagung 2016 der DGSM (Deutsche Gesellschaft für Schlafmedizin) in Dresden wurde die neue Leitlinie für schlafbezogene Atmungsstörungen vorgestellt. Die neue Leitlinie hat auch weitreichende Bedeutung für den Fachbereich zahnärztliche Schlafmedizin. Auf der zeitgleich in Dresden stattfindendenJahrestagung der DGZS (Deutsche Gesellschaft für zahnärztliche Schlafmedizin) wurde dabei in der Leitlinie die deutliche Aufwertung der Unterkieferprotrusionsschienen bei der Behandlung der obstruktiven Schlafapnoe mit großem Interesse verfolgt.

So gilt die Anwendung der Unterkieferprotrusionsschiene als Therapiegerät bei obstruktiver Schlafapnoe leichten und mittleren Ausmaßes als Alternativtherapie zur Überdruckbeatmung (CPAP). Eine Erstbehandlung mit CPAP wird von medizinischer Seite nicht mehr gefordert. Der Schlafmediziner kann nach Abschluß der schlafmedizinischen Untersuchungen eine Therapieempfehlung entweder für eine Überdruckbeatmung oder eine Unterkieferprotrusionsschiene (UPS) aussprechen.

Bei hochgradiger obstruktiver Schlafapnoe kann der Einsatz einer UPS erwogen werden, falls die Positivdrucktherapie trotz Ausschöpfung aller unterstützenden Maßnahmen nicht eingesetzt werden kann.

Die Anpassung von UPS soll laut der neuen Richtlinie übrigens mit zahnmedizinischer und schlafmedizinischer Expertise erfolgen. Die Anfertigung einer auf den Zähnen verankerten Schiene ist nach Auffassung der DGZS vom Facharzt für die Zähne, nämlich einem schlafmedizinisch fortgebildetem Zahnarzt zu erbringen.